Das Wissenschaftskolleg im Berliner Grunewald

Das Wissenschaftskolleg zu Berlin trägt im Englischen den Namen Institute for Advanced Study Berlin. Es zählt damit zu den akademischen Einrichtungen, die ihr Vorbild in einer Institution sehen, deren Name zum Gattungsbegriff wurde: dem 1930 gegründeten Institute for Advanced Study in Princeton. Ziel eines solchen Instituts ist es, international anerkannten sowie vielversprechenden jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, sich frei von Verpflichtungen für ein akademisches Jahr (15. September - 15. Juli) auf selbstgewählte Arbeitsvorhaben zu konzentrieren.

Die rund 40 Fellows bilden eine Lerngemeinschaft auf Zeit, die durch Fächervielfalt, Internationalität und Interkulturalität gekennzeichnet ist. Die Institution sorgt für optimale Bedingungen, damit die Fellows sich ganz ihrer selbstgewählten Aufgabe widmen und dabei von dem Anregungs- und Kritikpotenzial einer herausragenden Forschergemeinschaft profitieren können.

Bei der Auswahl seiner Mitglieder kennt das Wissenschaftskolleg keine Beschränkung in Bezug auf Herkunftsländer, Disziplinen oder akademische Positionen. Die Einladungen an einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder Schwerpunktgruppen werden mithilfe eines internationalen Beirats so ausgesprochen, dass sich gegenseitige Anregungen über die Grenzen der Disziplinen, der Natur- und Humanwissenschaften hinweg, aber auch unter Forschern aus unterschiedlichen Wissenskulturen erwarten lassen.

Aus einer solch intellektuell heterogenen Atmosphäre entsteht häufig ein produktiver Irritationseffekt, der den eigenen Ansatz modifiziert und so zu nachhaltigen Innovationen führt. Diese spezielle Form der kritischen Selbstüberprüfung ist tatsächlich nur in einem Rahmen der Freiheit und der geistigen Vielfalt möglich. Dazu gehört, dass zusätzlich einzelne herausragende Künstlerinnen und Künstler und Intellektuelle eingeladen werden.