Heft III/3 Herbst 2009

Das Herbstheft entwirft eine Ideengeschichte des Think Tanks. Es ist eine Zeitreise in die Welt der Ideenschmieden - von den gelehrten Gesellschaften der Frühen Neuzeit bis zu den Denkfabriken des Kalten Krieges. Nachgespürt wird hier weniger den Ideen, die in den Think Tanks produziert werden, als der Vorstellung von einer Denkfabrik als solcher. Die kreativen Chancen, aber auch die Ambivalenzen und Grenzen vermeintlich objektiver, szientistischer Politikberatung werden entlang fünf Jahrhunderte aufgezeigt. Eröffnet wird das Heft mit einem Beitrag des Wiener Philosophen Claus Pias über den Unternehmer Herman Kahn (1922-1983)  - einem der wirkmächtigsten Think-Tank-Strategen des Kalten Krieges.

Im einem Essay geht der Züricher Historiker Philipp Sarasin Darwins kulturalistischen Spuren nach. Sarasin zeigt in einer Neulektüre, was Darwins Pfauenfedern mit den Ikonen der heutigen Kulturwissenschaft, Foucault oder Derrida, verbindet. Helga Raulff geht dem "Nebeneinander" von Auschwitz und Hiroshima in den Gedichten der jüdischen Dichter Rose Ausländer, Nelly Sachs und Paul Celan nach. Das Archiv wartet mit einer Ausgrabung auf - einem Text des alteuropäisch geschulten Kunsthistorikers und William Heckscher-Schülers Horst W. Janson (1913-1982) aus dem Jahre 1935 über die Oberflächenkultur der neuen Welt: "Amerika kennt keine Ruinen".

Besprechungen gewichtiger, neuer Sachbücher runden die facettenreiche und bunte Nummer ab.

Die Redaktion wünscht Ihnen geistreiche und vergnügliche Lektüre.



Zum Thema

Tim B. Müller, Martin Muslow:
Zum Thema
(PDF)
Seite 4
 
Think Tanks

Claus Pias:
«One-Man Think Tank».
Herman Kahn, oder wie man das Undenkbare denkt
(PDF)
Seite 5
 
Ron Robin:
Wie das Denken in die Fabrik kam.
Kampf um den Korridor im Kalten Krieg
(PDF)
Seite 17
 
Arndt Brendecke:
Die Blindheit der Macht.
Über den subjektiven Mehrwert alteuropäischer Beratung
(PDF)
Seite 33
 
Jacob Soll:
Think Tanks um 1640.
Von der Akademie der Brüder Dupuy zu Colberts staatspolitischer Bibliothek
(PDF)
Seite 44
 
Essay

Philipp Sarasin:
Die Pfauenfedern der Kulturwissenschaft.
Zur Genealogie der Zeichen bei Charles Darwin
(PDF)
Seite 61
 
Denkbild

Helga Raulff:
Asche und Ambivalenz.
Versuch über das Nebeneinander bei Rose Ausländer, Nelly Sachs und Paul Celan
(PDF)
Seite 79
 
Archiv

Charlotte Schoell-Glass / Elizabeth Sears:
«Amerika kennt keine Ruinen».
Horst W. Jansons Amerikabild
(PDF)
Seite 97
 
Konzept & Kritik

Juliane Vogel:
Frenetisches Sprechen.
Karl Heinz Bohrer, das Tragische und die Moderne
(PDF)
Seite 115
 
Jens Hacke:
Golo Mann - eine Wiederentdeckung.
Tilman Lahmes fulminante Biographie zum hundertsten Geburtstag
(PDF)
Seite 119
 
Klaus Kempter:
Geschichtsschreibung im Breitwandformat.
Karl Schlögels histoire totale
(PDF)
Seite 122
 
Die Autorinnen und Autoren
(PDF)
Seite 126
 
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